Geschichte des Heimes Bethesda
Bethesda, Heim für Menschen mit Behinderungen in Hualien
Jesus hat zu seinen Jüngern gesagt: „Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ Mt. 25,40 (Die Bibel)
1955 entstand Bethesda, eine Schule für blinde Mädchen. Die Diakonisse Kunigunde Brunner sah die Notwendigkeit, ein Zuhause für zunächst vier blinde Mädchen zu schaffen, da diese in der Familie nicht mehr versorgt werden konnten.
1958 konnte das heutige Grundstück von der Regierung erworben werden. Weitere Kinder konnten aufgenommen werden, nicht nur Blinde, sondern auch solche, die durch Polio behindert waren oder Verbrennungen hatten. 1968 erreichte die Zahl der zu Betreuenden 60 Personen und das war auch die Höchstzahl, die aufgenommen werden konnte. Im Dezember desselben Jahres wurde das Heim bei der Regierung offiziell registriert.
In Bethesda erhielten die Behinderten ihre schulische Ausbildung, lernten zu stricken, nähen, chinesische Schreibmaschine oder ein Instrument zu spielen. Das Ziel war immer, die einzelnen soviel wie möglich lernen zu lassen, damit sie später einmal ihren Alltag selbstständig gestalten können.
Kinder mit Behinderungen dürfen an öffentliche Schulen
Im Jahre 1972 war es mit Hilfe der Regierung möglich, Kinder mit Behinderungen in öffentliche Schulen einzugliedern. Das war ein großer Schritt vorwärts in der Erziehung, denn von nun an hatten sie die Möglichkeit, mit gesunden Kindern zusammen zu kommen und voneinander zu lernen.
Im Laufe der Jahre zeigte sich die Notwendigkeit, Kinder mit geistigen Behinderungen aufzunehmen, da diese so gut wie nicht versorgt wurden.
Heim Bethesda heute
Heute ist Bethesda eine große Familie von 94 Kindern und Jugendlichen mit den unterschiedlichsten Behinderungen, die zurzeit von 71 Mitarbeitern in verschiedenen Abteilungen betreut werden.
Wir sind der taiwanesischen Regierung sehr dankbar, dass sie uns geholfen hat, im Jahre 1984 ein neues, siebenstöckiges Haus zu errichten, in dem nun in jedem Stockwerk eine Familiengruppe von etwa 15 Kindern lebt.
Förderung der Kinder
Durch Physio- und Wassertherapie, Musik- und Sprachtherapie und Einzelunterricht versuchen wir Kinder mit Behinderungen entsprechend ihrer Möglichkeiten zu fördern. Im täglichen Miteinander wollen wir ihnen soviel wie möglich die Gelegenheit geben, Selbstständigkeit zu lernen.
Jeden Tag haben wir die Möglichkeit nicht nur über Gottes Liebe zu sprechen, sondern sie zu leben und den Behinderten deutlich zu machen, dass sie in Gottes Augen wertvoll sind und einen festen Platz im Herzen Gottes haben.
Haus Hoffnung
Die Kinder wurden mit der Zeit älter und es stellte sich die Frage: „Wohin sollen sie gehen? Was sollen sie tun?“ Viele konnten nicht zurück in ihre Heimat oder eine geregelte Arbeit in der Gesellschaft annehmen. So wurde die Idee für ein weiteres Haus geboren.
Im Juni 2007 wurde das „Haus Hoffnung“ eingeweiht, ein Zentrum mit Arbeitstherapie für erwachsene Behinderte. In kleinen Wohneinheiten lernen je sechs Behinderte, selbständig miteinander zu leben und ihren Alltag zu gestalten. Ihren Fähigkeiten entsprechend werden sie in verschiedenen Bereichen der Arbeitstherapie eingesetzt, in der Schreinerei, Bäckerei, Autowaschanlage oder im eigenen Laden, wo die hergestellten Produkte verkauft werden.